Schutzbedarf nach IT-Grundschutz feststellen – Teil 5 der BSI-Reihe
Teil 5 der Video-Reihe „BSI IT-Grundschutz mit preeco“: Sie stufen den Schutzbedarf eines Assets je Schadensszenario und Schutzziel mit Begründung ein, nutzen Maximumprinzip, Kumulations- und Verteilungseffekt und dokumentieren manuelle Abweichungen nachvollziehbar.
Transkript des Videos
Wie schwer wöge es, wenn Vertraulichkeit, Integrität oder Verfügbarkeit eines Assets verloren gingen? Die Schutzbedarfsfeststellung nach BSI-Standard 200-2 beantwortet diese Frage für jedes Objekt Ihres Informationsverbunds – mit nachvollziehbarer Begründung. Dieser Artikel ist Teil 5 der Video-Reihe „BSI IT-Grundschutz mit preeco“.
Voraussetzungen
- Ihr Team verfügt über eine Lizenz für die Informationssicherheit (ISMS).
- Die Schutzbedarf-Methodik ist unter „Einstellungen → Schutzbedarf“ festgelegt (Teil 2 der Reihe).
- Ihre Assets sind erfasst und über „Übergeordnetes Asset“ verknüpft (Teil 4 der Reihe).
Schutzbedarf eines Assets einstufen
- Öffnen Sie unter „Steuerung“ die „Assets“. In der Tabelle sehen und filtern Sie den Schutzbedarf aller Assets.
- Öffnen Sie ein Asset und wechseln Sie in den Tab „Schutzbedarf“. Oben steht das Gesamtergebnis, darunter die Einstufung je Schutzziel.
- Klicken Sie im Bereich „Schadensszenarien“ auf „Bearbeiten“.
- Stufen Sie je Schadensszenario jedes Schutzziel als normal, hoch oder sehr hoch ein und tragen Sie darunter die Begründung ein.
- Speichern Sie. Die Zeile „Maximum – abgeleitete Einstufung“ wendet das Maximumprinzip an: Pro Schutzziel zählt der höchste Wert.
Begründen Sie konkret: „Ausfallzeit über 24 Stunden ist tolerierbar“ ist prüfbar, „wichtig“ ist es nicht. Genau danach fragt der Auditor.
Kumulationseffekt: vererbten Schutzbedarf anheben
- Öffnen Sie ein Asset, auf dem viele andere laufen, etwa einen Virtualisierungscluster.
- Die Tabelle „Quellen“ zeigt, von welchen untergeordneten Assets das Asset seinen Schutzbedarf erbt.
- Erreichen genug Quellen den eingestellten Schwellenwert, hebt die Zeile „Kumulationseffekt – korrigierte Einstufung“ das Schutzziel um eine Stufe an.
Verteilungseffekt: Schutzbedarf begründet absenken
- Klicken Sie im Tab „Schutzbedarf“ auf „Verteilungseffekt anwenden“.
- Wählen Sie das Schutzziel, meist die Verfügbarkeit, und „Um eine Stufe senken“.
- Tragen Sie die Pflicht-Begründung ein, zum Beispiel warum eine Redundanz den Ausfall auffängt, und speichern Sie.
- Die Absenkung erscheint als eigene Zeile „Verteilungseffekt – korrigierte Einstufung“. Der Verteilungseffekt senkt nur vererbte Werte, nie unter die eigenen Szenarien des Assets.
Schutzziele manuell einstufen
- Passt die abgeleitete Einstufung nicht, aktivieren Sie „Schutzziele manuell einstufen“.
- Wählen Sie je Schutzziel die Stufe und begründen Sie die Abweichung.
- Die abgeleitete Einstufung bleibt in der Tabelle sichtbar, sodass jede Abweichung nachvollziehbar bleibt.
Einstufung per KI vorschlagen lassen und exportieren
- Ist eine KI-Anbindung eingerichtet, schlägt „KI-Aktionen → Schutzbedarf einschätzen“ eine Einstufung je Schadensszenario mit Begründung vor. Über einen Schalter geben Sie zusätzliche Hinweise mit. Ihr Team prüft das Ergebnis. Bei manueller Einstufung wird die KI-Einschätzung nicht übernommen.
- Über „Aktionen → Download als PDF“ oder „Download als DOCX“ exportieren Sie die Einstufung für Ihre Dokumentation.
Nächster Schritt
Filtern Sie die Asset-Tabelle nach „Sehr hoch“: Diese Assets benötigen nach BSI-Standard 200-2 zusätzlich eine Risikoanalyse (Teil 8). Im nächsten Teil ordnen Sie den Assets Bausteine aus dem IT-Grundschutz-Kompendium zu.
Alle Teile der Reihe
← Teil 4: Strukturanalyse · Teil 6: Modellierung →
- Auftakt: IT-Grundschutz in neun Schritten
- Teil 1: Initiierung – Leitung, ISB und Leitlinie
- Teil 2: Schutzbedarf-Methodik festlegen
- Teil 3: Risikomethodik nach BSI-Standard 200-3
- Teil 4: Strukturanalyse
- Teil 5: Schutzbedarfsfeststellung (dieser Artikel)
- Teil 6: Modellierung
- Teil 7: IT-Grundschutz-Check im Cockpit
- Teil 8: Risikoanalyse nach BSI-Standard 200-3
- Teil 9: Audit vorbereiten