Schutzbedarf-Methodik nach BSI festlegen – Teil 2 der BSI-Reihe
Teil 2 der Video-Reihe „BSI IT-Grundschutz mit preeco“: Schutzziele, die sechs BSI-Schadensszenarien mit konkreten Schwellen sowie Maximumprinzip, Kumulations- und Verteilungseffekt und Vererbung einmal teamweit festlegen.
Transkript des Videos
Schutzbedarf ist nur dann vergleichbar, wenn alle nach denselben Regeln bewerten. Deshalb legen Sie die Methodik nach BSI-Standard 200-2 einmal teamweit fest, bevor Sie das erste Asset einstufen. Dieser Artikel ist Teil 2 der Video-Reihe „BSI IT-Grundschutz mit preeco“.
Voraussetzungen
- Ihr Team verfügt über eine Lizenz für die Informationssicherheit (ISMS).
- Sie sind als Administrator angemeldet.
Einstellungen öffnen
- Klicken Sie in der linken Seitenleiste auf „Einstellungen“ und wählen Sie „Schutzbedarf“.
- Die Seite gliedert sich in „Schutzziele“, „Schadensszenarien“ und „Bewertungsoptionen“. Änderungen nehmen Sie jeweils über „Bearbeiten“ vor.
Schutzziele festlegen
- Klicken Sie bei „Schutzziele“ auf „Bearbeiten“.
- Für IT-Grundschutz genügen drei Schutzziele: Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit. Bei Bedarf ergänzen Sie Authentizität oder Verbindlichkeit als viertes Schutzziel.
Schadensszenarien pflegen
- Die sechs Schadensszenarien aus BSI-Standard 200-2 sind vorgegeben: Verstoß gegen Gesetze, Vorschriften oder Verträge, Beeinträchtigung des informationellen Selbstbestimmungsrechts, Beeinträchtigung der persönlichen Unversehrtheit, Beeinträchtigung der Aufgabenerfüllung, negative Innen- oder Außenwirkung und finanzielle Auswirkungen.
- Vorgegebene Szenarien lassen sich aktivieren oder deaktivieren, aber nicht bearbeiten oder löschen.
- Mit „Neu“ ergänzen Sie ein eigenes Szenario, etwa Vertragsstrafen gegenüber Kunden. In der Beschreibung steht, ab wann ein Schaden hoch oder sehr hoch ist.
Best Practice: Legen Sie für jedes Szenario konkrete Schwellen fest. Die BSI-Musterfirma RECPLAST setzt finanziell bei 50.000 und 500.000 Euro an; für die Aufgabenerfüllung zählt die Ausfallzeit: über 24 Stunden normal, unter 24 Stunden hoch, unter zwei Stunden sehr hoch.
Bewertungsoptionen einstellen
- Maximumprinzip: Der höchste Schaden bestimmt den Schutzbedarf.
- Kumulationseffekt: Viele kleine Schäden können sich zu einem größeren addieren. Über die beiden Schwellenwerte legen Sie fest, ab wie vielen Quellen mit welchem Schutzbedarf das gilt.
- Verteilungseffekt: Bei Redundanz oder wenig wichtigen Anteilen darf der Schutzbedarf sinken. Jede Absenkung muss begründet werden.
- Vererbung: Legen Sie fest, ob ein Asset den Schutzbedarf aus Verarbeitungstätigkeiten, Verarbeitungstätigkeiten im Auftrag und untergeordneten Assets übernimmt.
Legen Sie die Methodik einmal fest, vor dem ersten Asset. Sonst bewertet jede Abteilung nach eigenen Regeln.
Alle Teile der Reihe
← Teil 1: Initiierung – Leitung, ISB und Leitlinie · Teil 3: Risikomethodik nach BSI-Standard 200-3 →
- Auftakt: IT-Grundschutz in neun Schritten
- Teil 1: Initiierung – Leitung, ISB und Leitlinie
- Teil 2: Schutzbedarf-Methodik festlegen (dieser Artikel)
- Teil 3: Risikomethodik nach BSI-Standard 200-3
- Teil 4: Strukturanalyse
- Teil 5: Schutzbedarfsfeststellung
- Teil 6: Modellierung
- Teil 7: IT-Grundschutz-Check im Cockpit
- Teil 8: Risikoanalyse nach BSI-Standard 200-3
- Teil 9: Audit vorbereiten