Risikomethodik nach BSI-Standard 200-3 einrichten – Teil 3 der BSI-Reihe
Teil 3 der Video-Reihe „BSI IT-Grundschutz mit preeco“: Risikomatrix nach BSI-Standard 200-3, Akzeptanzschwelle, Risikokriterien je Schadensszenario, BSI-Gefährdungskatalog und den Hinweis bei hohem Schutzbedarf ohne Risikobetrachtung einrichten.
Transkript des Videos
Für Objekte mit hohem Schutzbedarf reicht der Grundschutz allein nicht: BSI-Standard 200-2 verlangt dann eine Risikoanalyse. Damit alle Risiken vergleichbar sind, legen Sie die Regeln vorher fest – Matrix, Kriterien und Akzeptanzschwelle. Dieser Artikel ist Teil 3 der Video-Reihe „BSI IT-Grundschutz mit preeco“.
Voraussetzungen
- Ihr Team verfügt über eine Lizenz für die Informationssicherheit (ISMS).
- Sie sind als Administrator angemeldet.
- Die Schutzbedarf-Methodik ist festgelegt (Teil 2 der Reihe).
Risikomatrix nach BSI-Standard 200-3 wählen
- Öffnen Sie „Einstellungen → Risikomanagement“. Die Abschnitte erreichen Sie über die Leiste „In diesem Reiter“.
- Klicken Sie bei „Risikomatrix“ auf „Bearbeiten“ und wählen Sie die Vorlage „BSI 200-3“. Speichern Sie die Auswahl.
- Die Vorlage gibt eine Matrix mit vier mal vier Feldern vor: Eintrittshäufigkeit mal Schadensauswirkung. Die „Zonen-Vorschau“ zeigt die vier Risikokategorien von gering bis sehr hoch.
- Die „Akzeptanzschwelle“ legt fest, ab welcher Stufe ein Risiko als offen gilt und eine bewusste Entscheidung braucht: Es wird vermieden, vermindert, übertragen oder ausdrücklich akzeptiert.
Risikokriterien beschreiben
- Klicken Sie bei „Risikokriterien“ auf „Bearbeiten“.
- Vergeben Sie für jede Stufe der Eintrittshäufigkeit eine Bezeichnung und eine verbindliche Definition, zum Beispiel „Selten: höchstens alle fünf Jahre“.
- Für das Schadensausmaß gibt es zusätzlich eine Definition je Schadensszenario – dieselben Szenarien wie beim Schutzbedarf.
- Speichern Sie. Jede Änderung der Methodik erzeugt automatisch eine Revision.
Best Practice: Nutzen Sie dieselben Schwellen wie beim Schutzbedarf, etwa 50.000 und 500.000 Euro bei finanziellen Auswirkungen. Dann sprechen Schutzbedarf und Risiko dieselbe Sprache.
Kataloge, Vorlagen und Automatisierung
- Unter „Kataloge & Vorlagen“ aktivieren Sie den BSI-Gefährdungskatalog mit den 47 elementaren Gefährdungen (G 0.1 bis G 0.47), die preeco-Risikovorlagen und die Ausfallszenarien nach BSI-Standard 200-4. Eigene Vorlagen ergänzen Sie mit Gefährdung und Vorbewertung.
- Unter „Automatisierung & Benachrichtigungen“ legen Sie das Bewertungsintervall fest. Steht es auf „Jährlich“, erscheint ein Risiko nach zwölf Monaten als „Bewertung überfällig“.
- Der „Hinweis bei hohem Schutzbedarf ohne Risikobetrachtung“ weist auf jedes Asset mit hohem Schutzbedarf hin, für das noch keine Risikobetrachtung existiert – genau das verlangt BSI-Standard 200-2.
- Unter „Wirkung der Maßnahmen“ sehen Sie, um wie viele Stufen eine Maßnahme ein Risiko senken kann.
Alle Teile der Reihe
← Teil 2: Schutzbedarf-Methodik festlegen · Teil 4: Strukturanalyse →
- Auftakt: IT-Grundschutz in neun Schritten
- Teil 1: Initiierung – Leitung, ISB und Leitlinie
- Teil 2: Schutzbedarf-Methodik festlegen
- Teil 3: Risikomethodik nach BSI-Standard 200-3 (dieser Artikel)
- Teil 4: Strukturanalyse
- Teil 5: Schutzbedarfsfeststellung
- Teil 6: Modellierung
- Teil 7: IT-Grundschutz-Check im Cockpit
- Teil 8: Risikoanalyse nach BSI-Standard 200-3
- Teil 9: Audit vorbereiten