Risikoanalyse nach BSI-Standard 200-3 durchführen – Teil 8 der BSI-Reihe
Teil 8 der Video-Reihe „BSI IT-Grundschutz mit preeco“: fehlende Risikobetrachtungen finden, Risiken mit elementaren Gefährdungen anlegen und bewerten, behandeln oder akzeptieren und Maßnahmen in den IT-Grundschutz-Check zurückführen.
Transkript des Videos
Eine Risikoanalyse nach BSI-Standard 200-3 ist Pflicht, wenn ein Objekt hohen oder sehr hohen Schutzbedarf hat, kein Baustein passt oder es untypisch eingesetzt wird. In preeco | informationssicherheit führen Sie sie im Risikomanagement durch – von der elementaren Gefährdung bis zur Entscheidung über das Restrisiko. Dieser Artikel ist Teil 8 der Video-Reihe „BSI IT-Grundschutz mit preeco“.
Voraussetzungen
- Ihr Team verfügt über eine Lizenz für die Informationssicherheit (ISMS).
- Die Risikomethodik ist auf die Vorlage „BSI 200-3“ eingestellt und der BSI-Gefährdungskatalog aktiv (Teil 3 der Reihe).
- Der Schutzbedarf Ihrer Assets ist eingestuft (Teil 5 der Reihe).
Fehlende Risikobetrachtungen finden
- Öffnen Sie unter „Risiken“ das „Risikomanagement“.
- Wählen Sie im Tab „Risikoregister“ den Filter „Hoher Schutzbedarf ohne Risiko“. Die Liste zeigt alle Assets mit hohem Schutzbedarf, für die noch keine Risikobetrachtung existiert.
Risiko anlegen und bewerten
- Ein Klick auf die Zeile legt ein neues Risiko an, mit dem Asset als Bezug. Benennen und beschreiben Sie das Szenario.
- Wählen Sie unter „Gefährdungen (BSI)“ die elementare Gefährdung aus dem BSI-Katalog, etwa G 0.26 „Fehlfunktion von Geräten oder Systemen“.
- Ergänzen Sie Bedrohungsquelle, Schwachstelle und Risikoeigentümer:in.
- Klicken Sie auf „Risiko bewerten“. Wählen Sie die betroffenen Schutzziele und bewerten Sie brutto, also ohne zusätzliche Maßnahmen: Eintrittswahrscheinlichkeit mal Schadensausmaß.
Ab der Akzeptanzschwelle zählt ein Risiko als offen und braucht eine formale Akzeptanzentscheidung. Darunter genügt die Bestätigung der Eigentümerin oder des Eigentümers.
Risiko behandeln
- BSI-Standard 200-3 kennt vier Wege: vermeiden, vermindern, übertragen oder akzeptieren. Wählen Sie die Behandlung, zum Beispiel „Vermindern“.
- Tragen Sie Begründung, Verantwortung, Frist und Ressourcen ein. So wird daraus ein Arbeitsauftrag.
- Verknüpfen Sie die Maßnahme und legen Sie ihre Wirkung fest, etwa: Ein zweiter Standort senkt das Schadensausmaß um eine Stufe.
- preeco zeigt das resultierende Netto-Risiko und das Zielrisiko. Netto bleibt das Risiko hoch, bis die Maßnahme umgesetzt ist.
Risiko akzeptieren
- Liegt ein Risiko unter der Akzeptanzschwelle – etwa G 0.15 „Abhören“ mit seltener Häufigkeit und begrenztem Schaden –, wählen Sie „Akzeptieren“ mit Begründung, zum Beispiel umgesetzte Transportverschlüsselung und Mehrfaktor-Anmeldung.
- Unter „Restrisiko entscheiden“ wird das Restrisiko freigegeben.
Überblick und Rückführung
- Im Board sehen Sie jedes Risiko auf seinem Weg, von identifiziert bis Restrisiko entschieden. Die Top-Risiken zeigen, was nach allen Maßnahmen noch am schwersten wiegt.
- Arbeiten Sie die Liste „Hoher Schutzbedarf ohne Risiko“ ab, bis jedes Asset mit hohem Schutzbedarf betrachtet ist.
- Neue Maßnahmen gehören zurück in den IT-Grundschutz-Check: Verknüpfen Sie sie im Cockpit mit ihren Anforderungen. Ab 80 % Umsetzung senkt eine TOM das Netto-Risiko.
Der Auditor prüft im Zertifizierungsaudit fünf Maßnahmen aus Ihrer Risikoanalyse.
Alle Teile der Reihe
← Teil 7: IT-Grundschutz-Check im Cockpit · Teil 9: Audit vorbereiten →
- Auftakt: IT-Grundschutz in neun Schritten
- Teil 1: Initiierung – Leitung, ISB und Leitlinie
- Teil 2: Schutzbedarf-Methodik festlegen
- Teil 3: Risikomethodik nach BSI-Standard 200-3
- Teil 4: Strukturanalyse
- Teil 5: Schutzbedarfsfeststellung
- Teil 6: Modellierung
- Teil 7: IT-Grundschutz-Check im Cockpit
- Teil 8: Risikoanalyse nach BSI-Standard 200-3 (dieser Artikel)
- Teil 9: Audit vorbereiten