Schutzziele manuell einstufen
Statt den Schutzbedarf über die Schadensszenarien-Matrix abzuleiten, setzen Sie die Stufen je Schutzziel direkt: Im Reiter „Schutzbedarf“ aktivieren Sie den Schalter „Schutzziele manuell einstufen“ und vergeben je Schutzziel Stufe und Begründung.
Manchmal trifft die automatische Ableitung des Schutzbedarfs den tatsächlichen Bedarf eines Objekts nicht. Für diesen Fall setzen Sie die Stufen der Schutzziele direkt – die manuelle Einstufung überschreibt Schadensszenarien, vererbten Schutzbedarf und KI-Einschätzung.
Voraussetzungen
- Sie haben die Berechtigung, das Dokument zu bearbeiten. Ohne Bearbeitungsrecht werden die Werte nur angezeigt; die Schaltflächen zum Einstufen erscheinen nicht.
- Die teamweite Schutzbedarf-Methodik ist gepflegt – sie legt fest, welche Schutzziele zur Verfügung stehen.
- Der Reiter „Schutzbedarf“ ist in allen betroffenen Modulen gleich aufgebaut: Datenverarbeitungssysteme, Assets, KI-Systeme sowie Verarbeitungstätigkeiten und Verarbeitungstätigkeiten im Auftrag.
Schritt für Schritt
- Öffnen Sie das Dokument – zum Beispiel ein Datenverarbeitungssystem – und wechseln Sie auf den Reiter „Schutzbedarf“ (der zweite Reiter neben „Inhalt“).
- Klicken Sie im Abschnitt „Einstufung der Schutzziele“ oben rechts auf „Schutzziele manuell einstufen“.
- Der seitliche Bereich „Schutzziele manuell einstufen“ öffnet sich mit dem Abschnitt „Manuelle Einstufung“.
- Aktivieren Sie den Schalter „Schutzziele manuell einstufen“. Solange er aktiv ist, sind die unten erfassten Stufen maßgeblich; Schadensszenarien, vererbter Schutzbedarf und KI-Einschätzung werden ignoriert.
- Im nun eingeblendeten Abschnitt „Schutzziele“ vergeben Sie je Schutzziel – „Vertraulichkeit“, „Integrität“, „Verfügbarkeit“ und gegebenenfalls das vierte Schutzziel („Authentizität“ oder „Verbindlichkeit“) – im Auswahlfeld „Stufe“ einen Wert:
Nicht bewertet,Normal,HochoderSehr hoch. - Erfassen Sie je Schutzziel das Feld „Begründung“.
- Klicken Sie auf „Speichern“. Mit „Abbrechen“ verwerfen Sie die Eingabe.
Was passiert anschließend
- Das „Gesamtergebnis“ wird neu berechnet: Es entspricht dem höchsten Schutzbedarf aller Schutzziele.
- Die Kennzeichnung am Reiter „Schutzbedarf“ und die Karten im Abschnitt „Einstufung der Schutzziele“ werden aktualisiert.
- Die Einstufung erscheint außerdem als Spalte „Schutzbedarf“ in der Übersichtstabelle des Moduls und dient als Maßstab für die anschließende Risikobewertung nach ISO 27001 beziehungsweise BSI IT-Grundschutz.
Manuelle Einstufung wieder aufheben
Deaktivieren Sie den Schalter „Schutzziele manuell einstufen“ und speichern Sie. Die erfassten Werte bleiben erhalten, werden aber ignoriert – der Schutzbedarf wird wieder automatisch aus Schadensszenarien und Quellen abgeleitet.
Tipp aus der Praxis: Die manuelle Einstufung hat Vorrang vor allen abgeleiteten Werten. Nutzen Sie sie bewusst nur dann, wenn die automatische Ableitung den tatsächlichen Schutzbedarf nicht trifft, und deaktivieren Sie den Schalter wieder, sobald die Quellen die Einstufung korrekt abbilden. Eine Einstufung oberhalb von „Normal“ sollte immer begründet sein – im Audit zählt die nachvollziehbare Herleitung mehr als die Stufe selbst.
Änderungen und Irrtümer können vorkommen. Die Angaben in diesem Artikel wurden sorgfältig zusammengestellt, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit.