BSI IT-Grundschutz
Das vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik entwickelte Framework für systematische Informationssicherheit.
Der BSI IT-Grundschutz ist ein vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) entwickeltes und gepflegtes Rahmenwerk für die systematische Umsetzung von Informationssicherheit in Organisationen. Er bietet mit dem IT-Grundschutz-Kompendium eine umfangreiche Sammlung von Bausteinen, Sicherheitsanforderungen und Maßnahmen, die auf typische IT-Systeme und Prozesse zugeschnitten sind. Das Framework eignet sich besonders für deutsche Behörden und öffentliche Einrichtungen, findet aber auch zunehmend in der Privatwirtschaft Anwendung.
Das Framework gliedert sich in vier BSI-Standards: BSI 200-1 (Managementsysteme für Informationssicherheit), BSI 200-2 (IT-Grundschutz-Methodik), BSI 200-3 (Risikoanalyse auf Basis IT-Grundschutz) und BSI 200-4 (Business Continuity Management). Organisationen können den IT-Grundschutz auf drei Absicherungsniveaus anwenden: Basis- und Standard-Absicherung sowie die Kern-Absicherung für besonders schützenswerte Bereiche. Eine Zertifizierung nach IT-Grundschutz ist möglich und wird vom BSI als Nachweis anerkannt.
Der IT-Grundschutz ist zu ISO/IEC 27001 kompatibel – eine IT-Grundschutz-Zertifizierung entspricht inhaltlich weitgehend einer ISO-27001-Zertifizierung. Viele Bundesbehörden und KRITIS-Betreiber sind verpflichtet, die IT-Grundschutz-Methodik anzuwenden. Für Unternehmen, die sowohl nationale Anforderungen als auch internationale Normen erfüllen möchten, bietet der IT-Grundschutz einen bewährten deutschen Einstiegspunkt in ein vollständiges ISMS.
Rechtliche Grundlage
BSI-Standards 200-1 bis 200-4, BSIG (BSI-Gesetz)
Praxisbeispiel
Eine Bundesbehörde mit 300 Beschäftigten muss ihr Informationssicherheitsniveau nachweisen und entscheidet sich für die Standard-Absicherung nach IT-Grundschutz. Auf Basis des IT-Grundschutz-Kompendiums werden die relevanten Bausteine für Server, Netze, Gebäude und Organisation identifiziert und die enthaltenen Anforderungen auf Umsetzung geprüft. Fehlende Maßnahmen werden in einem Maßnahmenplan dokumentiert und priorisiert umgesetzt. Nach zwei Jahren Betrieb wird das ISMS durch einen BSI-auditierten Prüfer geprüft und das IT-Grundschutz-Zertifikat ausgestellt.
Häufige Fragen
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