SiKoSH
Ein vom IT-Verbund Schleswig-Holstein (ITV.SH) gepflegtes Rahmenwerk aus Standard, Richtlinien und Vorlagen, mit dem kommunale Verwaltungen ein ISMS auf Grundlage des BSI-IT-Grundschutz-Profils „Basis-Absicherung Kommunalverwaltung“ aufbauen.
SiKoSH steht für „Sicherheit für Kommunen in Schleswig-Holstein“ und bezeichnet ein Rahmenwerk, das kommunale Verwaltungen beim Aufbau und Betrieb eines Informationssicherheits-Managementsystems (ISMS) unterstützt. Es wird seit 2019 als Projekt des IT-Verbunds Schleswig-Holstein (ITV.SH AöR, vormals KomFIT) geführt und gemeinsam mit der Staatskanzlei Schleswig-Holstein, dem Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz (ULD), dem Landesrechnungshof Schleswig-Holstein und Praktikerinnen und Praktikern aus kommunalen Verwaltungen weiterentwickelt.
Inhaltlich setzt SiKoSH auf dem IT-Grundschutz-Profil „Basis-Absicherung Kommunalverwaltung“ auf, das die Arbeitsgruppe kommunale Basis-Absicherung (AG koBA) der kommunalen Spitzenverbände auf Grundlage der IT-Grundschutz-Methodik nach BSI-Standard 200-2 erarbeitet hat. Kernstück ist der SiKoSH-Standard als Leitdokument; dazu kommen Richtlinien, Werkzeugkästen mit Vorlagen sowie QuickChecks, mit denen sich der Umsetzungsstand des ISMS bewerten lässt. Der Aufbau ist in sieben Phasen und neun Schritte gegliedert, die eine Verwaltung nacheinander durchläuft und anschließend fortschreibt.
SiKoSH ist kein Zertifizierungsstandard: Das Rahmenwerk selbst führt weder zu einem Zertifikat noch zu einem Testat. Sein Nutzen liegt darin, ohne umfangreiche eigene Vorarbeit oder externe Beratung ein angemessenes und nachweisbares Sicherheitsniveau zu erreichen. Die damit erstellte Dokumentation lässt sich später in einen umfassenderen Grundschutz-Ansatz überführen – etwa in ein Testat nach BSI IT-Grundschutz oder eine Zertifizierung nach ISO 27001. Adressiert sind in erster Linie kommunale Verwaltungen in Schleswig-Holstein; die Systematik eignet sich darüber hinaus für kleinere öffentliche Einrichtungen und für kleine und mittlere Unternehmen.
Rechtliche Grundlage
BSI-Standard 200-2 (IT-Grundschutz-Methodik), IT-Grundschutz-Profil „Basis-Absicherung Kommunalverwaltung“ (AG koBA), NIS2-Richtlinie – soweit landesrechtlich auf Kommunen erstreckt
Praxisbeispiel
Eine Stadtverwaltung in Schleswig-Holstein mit 120 Beschäftigten soll ein ISMS aufbauen, verfügt aber weder über eine eigene Stelle für Informationssicherheit noch über ein Budget für externe Beratung. Sie arbeitet den SiKoSH-Standard Phase für Phase durch: Zunächst wird über einen QuickCheck der Ausgangsstand erhoben, anschließend werden Sicherheitsleitlinie, Richtlinien und Rollenbeschreibungen aus den Vorlagen an die eigene Organisation angepasst. Danach erfasst die Verwaltung ihre Verfahren – Einwohnerwesen, Finanzsoftware, Bauamt – und hinterlegt die Maßnahmen des Profils mit Verantwortlichen und Fristen. So lässt sich der Stand der Informationssicherheit gegenüber der Verwaltungsleitung und der Kommunalaufsicht jederzeit belegen.
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